Sanierung

 

Innenraumsanierung der Marienkirche in Bad Segeberg

Bereits in den Jahren 2009 - 2010 hat die Kirchengemeinde der Marienkirche Eigenmittel in Höhe von 900.000 € sowie Zuschüsse und Spenden von insgesamt 450.000 €, somit ein Gesamtvolumen in Höhe von 1,35 Mio. € investiert, um den 850 Jahre alten Bestand des einzigartigen Kulturdenkmals Marienkirche zu sichern. Der Dachstuhl wurde saniert, die Heizungsanlage erneuert und energetisch optimiert, das äußere Mauerwerk und alle Fenster repariert und saniert, die Ziffernblätter der Turmuhr erneuert und neue Schallluken eingebaut.

Marienirche Sanierung 2010

Unsere Orgel muss erneuert werden

Die Orgel in der Marienkirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von der Orgelbaufirma Marcussen (Dänemark) als klangschönes Instrument erbaut. Sie hat innerhalb der ersten 100 Jahre viele Umbauten erfahren, in denen leider immer wieder hochwertiges Pfeifenmaterial gegen minderwertiges ausgetauscht wurde. 1970 wurde die Orgel zudem mit einer elektrischen Spieltraktur versehen (= Verbindung von der Taste zum Spielventil), die jetzt langsam, aber sicher ihren „Geist“ aufgibt. - Wir folgen der Empfehlung des Orgelsachverständigen und streben einen Neubau der Orgel an.

Bevor eine neue Orgel in die alte Kirche eingebaut werden kann,

• sind umfangreiche Putz- und Gebindeschäden zu sanieren

• ist eine Verstärkung der bestehenden Empore für den Aufbau der neuen Orgel auszuführen

• muss die Elektrik, die ab einer Raumhöhe von ca. zwei Metern dem technischen Stand von 1959 entspricht, dringend den heute gültigen Sicherheitsstandards angepasst werden.

Die Sanierung und Neugestaltung des Kirchenraumes sowie der Orgelneubau werden in drei Abschnitten durchgeführt. Diese Aufteilung ermöglicht die Nutzung der Kirche während der Bauphase in den jeweils nicht betroffenen Bereichen.

1. Bauabschnitt

1. Bauabschnitt Marienkirche Grundriss

Im ersten Bauabschnitt wird der Bereich Querhaus/Altarraum bearbeitet. Die Arbeiten werden etwa sechs Monate dauern und ca. 400.000 € kosten. Der größte Teil der Arbeiten in diesem Bereich umfasst die Überarbeitung der inneren Wand- und Deckenflächen, d.h. die Sanierung von Rissen und die Erneuerung der Farbbeschichtung. Leider wurden die Wände vor ca. 40 Jahren mit normaler Wandfarbe gestrichen, die zwei gravierende Nachteile hat: Einerseits unterbindet diese Farbe einen raumklimatisch wichtigen Feuchtigkeitsaustausch zwischen Mauerwerk und Innenraum, andererseits ist die Haftung auf den Altanstrichen begrenzt. Deshalb muss der komplette Farbaufbau entfernt und mit verträglichem Material neugestaltet werden.

Bodenbelag und Taufe

Der Bodenbelag im Querschiff ist teilweise schadhaft und von alten, nicht mehr benötigten Heizungsgittern durchzogen. Hier soll durch Umsetzung und Ergänzung des Sandsteinbodens eine Beruhigung des Bildes erreicht werden. Die wertvolle Bronzetaufe wird weiterhin in zentraler Position unter der Vierung stehen. Um sie dort gestalterisch zu verankern und hervorzuheben, werden entsprechende Änderungen am Bodenbelag vorgenommen.

Elektroinstallation

Damit die neuen Wandflächen später nicht erneut angegriffen werden müssen, wird die Elektroinstallation erneuert und die nötigen Vorbereitungen für die spätere Erneuerung der Beleuchtung geschaffen.

Schutzmaßnahmen, Gerüste

Zur sicheren Abgrenzung des Arbeitsbereiches muss eine stabile Staubschutzwand am Übergang zum Kirchenschiff eingebaut werden. Um die Kunstgegenstände und Einbauten vor Staub zu schützen, muss der Innenraum mit Arbeits- und Schutzgerüsten ausgestattet werden.

2. Bauabschnitt

Marienkirche 2. Bauabschnitt Grundriss

Im 2. Bauabschnitt wird der Bereich des Langhauses und der Turmräume bearbeitet. Die Arbeiten werden etwa acht Monate dauern und ca. 800.000 € kosten.

Wand- und Deckenflächen

Auch in diesem Gebäudeteil sind die Wand- und Deckenflächen wie vorstehend beschrieben zu bearbeiten.

Putzschäden in der Marienkkirche

 

Putzschäden Marienkirche

Elektroinstallation

Die vorstehend begründeten Arbeiten an der Elektroinstallation sind in diesem Bauabschnitt ebenfalls notwendig.

Vorbereitungen im Eingangsbereich und in den Turmnebenräumen

Parallel zu den Arbeiten im Langschiff wird im Turmraum die Erneuerung der Orgelempore in Angriff genommen. Es erfolgen Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen, die Bearbeitung der Wand- und Deckenflächen sowie Installationsvorbereitungen für die Heizungs- und Elektroinstallation.

Schutzmaßnahmen, Gerüste

Zur sicheren Abgrenzung des Arbeitsbereiches muss eine stabile Staubschutzwand am Übergang zum Kirchenschiff eingebaut werden. Um die Kunstgegenstände und Einbauten vor Staub zu schützen, muss der Innenraum mit Arbeits- und Schutzgerüsten ausgestattet werden.

3. Bauabschnitt

Marienkirche 3. Bauabschnitt Grundriss

Die Arbeiten im westlichen Gebäudeteil sind die Voraussetzung für den Einbau der Orgel; sie werden etwa sechs Monate dauern und ca. 400.000 € kosten.

Schutzmaßnahmen, Gerüste

Nach Fertigstellung der Wand- und Deckenflächen des 2. Bauabschnitts wird die Staubschutzwand an das westliche Ende des Langhauses versetzt, sodass dieser Bereich wieder genutzt werden kann, während die Arbeiten an der Orgelempore fortgesetzt werden.

Eingangsbereich, Orgelempore, Turmnebenräume

Im Zuge der Orgelerneuerung ist ein umfassender Umbau des Eingangsbereichs erforderlich. Die vorhandene Orgelempore wird bis auf die wieder verwendbaren Teile der Tragkonstruktion abgebrochen und so gestaltet, dass der Turmraum in voller Höhe sichtbar wird. Unterstützend wird ein ursprünglich vorhandenes, in der Zwischenzeit jedoch zugemauertes Rundfenster in der Westfassade wieder geöffnet. Die Turmnebenräume werden entsprechend ihrer Zweckbestimmung (Sakristei bzw. Lager) ebenfalls modernisiert und umgebaut.

Einbau der neuen Orgel

Nach Abschluss aller Arbeiten am Gebäude und Entfernung der Staubschutzwand kann die Orgel auf der neuen Empore eingebaut und intoniert werden. Hierfür ist ein Zeitraum von ca. drei Monaten anzusetzen. Stand 27.06.2017 A. Kölbel/A. Hintz