Kreiskantor Andreas Maurer-Büntjen an der Orgel der Marienkirche

Die Orgel der Marienkirche

So schön die 1873/74 erbaute und mehrfach veränderte Marcussen-Orgel in der Bad Segeberger Marienkirche auch äußerlich erscheint, sie muss durch einen Neubau ersetzt werden.

Bereits seit 2008 ist bekannt, dass die Tage des alten Instruments, das von der Firma Marcussen & Sohn aus Apenrade (Dänemark) gebaut wurde, gezählt sind. - Mehrfach wurde die Orgel umgebaut, etwa von der Firma Kemper & Sohn aus Lübeck in den Jahren 1937, 1959 und 1970. In den Jahren 1976 und 1984 legte dann die Firma Kleucker Hand an. Die letzte Generalüberholung erfolgte 2003.

Die Orgel hat 40 Register, drei Manuale und wird elektrisch betrieben. - Viele Pfeifen sind mangelhaft: Töne klingen zu dumpf oder zu schrill. Schadhafte Pfeifen sind in der Vergangenheit gelötet oder einfach abgeschnitten worden und können deswegen nicht mehr gestimmt werden. Im Inneren der Orgel hängen Kabel frei herum - es besteht Brandgefahr. Das Instrument ist durch eine veraltete Elektrik nicht mehr zuverlässig spielbar.

Wir folgen der Empfehlung des Orgelsachverständigen und streben einen Neubau der Orgel an. Geplant ist ein dreimanualiges Instrument mit ca. 40 Registern.

Unsere Orgel muss erneuert werden

Unsere jetzige Orgel in der Marienkirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von der Orgelbaufirma Marcussen (Dänemark) als klangschönes Instrument erbaut. Die Orgel hat innerhalb der ersten 100 Jahre viele Umbauten erfahren, in denen leider immer wieder hochwertiges Pfeifenmaterial gegen minderwertiges ausgetauscht wurde. 1970 wurde die Orgel zudem mit einer elektrischen Spieltraktur versehen (= Verbindung von der Taste zum Spielventil), die jetzt langsam, aber sicher "den Geist" aufgibt.

Im Jahr 2008 hat ein Orgelsachverständiger die Orgel bewertet. Er ist zu dem Schluss gekommen, dass das Instrument nicht erhaltenswert ist. - In seiner Begründung weist er darauf hin, dass die elektrische Tonabnahme an der Taste durch Kabelbrüche mit der Zeit immer häufiger zu Tonausfällen führen wird.

Das minderwertige Pfeifenmaterial, das vor allem nach dem 2. Weltkrieg in der Orgel verbaut wurde, zeigt deutlichen Zinnfraß, der das Stimmen der Pfeifen an den Stimmrollen unmöglich macht. Der Korpus der Orgel ist für die Anzahl der Pfeifen zu klein; es kann sich kein Klang im Gehäuse aufbauen. Teilweise wurden Pfeifen deshalb „gekröpft“ (= abgeknickt), damit sie in das Gehäuse passen!

Die Hauptorgel steht zudem sehr weit hinten auf der Empore, sodass die Klangabstrahlung in den Kirchraum nur sehr indirekt erfolgen kann.

Die Disposition fußt auf dem Klangideal der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts (= Neobarock): Man orientierte sich an der Blütezeit des Barock (Buxtehude, Bach) und interpretierte die Klänge um, indem man auf warme Grundregister verzichtete und stattdessen spitze und schrille Klangfarben einbaute.

Der Korpus der derzeitigen Orgel ist mit Formaldehyd beschichtet und mit Pressspanplatten versehen! Da Kabelverbindungen auf die Spanplatten gelötet sind, geht laut Gutachten eine Brandgefahr von der Orgel aus.

Mit diesen Unzulänglichkeiten leben wir und versuchen, uns zeitlich hinüberzuretten, bis wir eine neue Orgel in der Marienkirche erklingen lassen dürfen.

Wir sind dankbar, dass wir einen ehrenamtlichen Mitarbeiter vor Ort haben, der bei Ausfällen sofort erscheint und provisorisch repariert, was zu beheben ist.