Versteigerung
der vier restaurierten römischen Einsen der historischen Turmuhr (1865)
Von der Geschichte in Ihre Hände
Vier dieser restaurierten, mit Blattgold veredelten römischen Einsen stehen im Rahmen unseres Benefizkonzertes zugunsten der Tafelstiftung Schleswig-Holstein-Hamburg zur Versteigerung. Wer eine dieser Einsen ersteigert, holt sich nicht nur ein goldenes Kunstwerk ins Haus, sondern ein Stück Himmel, ein Stück Stadtgeschichte, ein Stück gelebter Zeit!
Warum diese Einsen so besonders sind
- Historisches Erbe: Jede Eins stammt aus dem Jahr 1865 und war über 150 Jahre lang Teil des Stadtbildes.
- Einmalige Restaurierung: Fachkundig gereinigt, konserviert und mit Blattgold veredelt – jede Narbe bleibt sichtbar und erzählt weiter.
- Ein echtes Unikat: Vier Einsen, vier Lebenswege, vier Geschichten. Keine gleicht der anderen.
- Gutes tun: Der gesamte Erlös geht an die Tafelstiftung Schleswig-Holstein-Hamburg.
Die Stimme der Eins
Die folgenden Worte von Wolf-Rüdiger Knoop lassen die alte Turmuhr-Eins noch einmal sprechen – bevor sie nun ein neues Kapitel beginnt:
Hoch oben über den Dächern
Jahrhundertelang war mein Platz ganz oben, fest verankert auf dem großen Ziffernblatt des Kirchturms. Ich war die römische Eins – der stolze Beginn einer jeden neuen Stunde. Von meinem Logenplatz aus sah ich die Stadt wachsen, beobachtete Liebespaare auf der Wiese vor der Kirche und trotzte eisigen Winterstürmen sowie sengender Sommerhitze. Doch das Wetter hinterließ Spuren. Mein Eisen setzte Rost an, Staub legte sich wie ein schwerer grauer Mantel um mich. Ich wurde müde, und irgendwann merkte ich, dass die Menschen da unten blinzeln mussten, um mich überhaupt noch zu erkennen.
Der Abschied vom Himmel
Dann kam der Tag, vor dem ich mich insgeheim gefürchtet hatte. Hände in Arbeitshandschuhen lösten meine Schrauben. Das laute Klicken der Zahnräder hinter mir verstummte für einen Moment. Als ich hinuntergetragen wurde, sah ich meine Nachfolgerin: eine neue, makellose Eins, die meinen Platz einnahm. Ich landete in einer dunklen Kiste und dachte, das war´s nun. Mein Dienst für die Menschen war vorbei, ich war nur noch Altmetall.
Mein goldenes Wunder
Doch mein Weg führte mich nicht auf den Schrottplatz, sondern auf den Tisch eines Restaurators. Er behandelte mich nicht wie Müll, sondern wie einen Schatz. Mit feinen Bürsten nahm er mir die Last der Jahrhunderte vom Leib und legte mein wahres, starkes Wesen wieder frei. Das Beste aber kam zum Schluss: Behutsam überzog er mich mit hauchdünnem Blattgold. Als ich das erste Mal in den Spiegel blickte, konnte ich mich selbst kaum wiedererkennen. Jede meiner alten Narben war noch da, aber sie steckten nun voller Stolz und funkelten im Licht. Jetzt stehe ich hier, bereit für die Versteigerung. Ich werde wohl nie wieder den Wind in schwindelnder Höhe spüren, aber ich bin bereit für ein neues Abenteuer – als goldenes Herzstück an der Wand eines Menschen, der meine Geschichte zu schätzen weiß.






